Selbstwirksamkeit im Alter hat nicht unbedingt etwas mit Wissen und Können zu tun.

Wir gehen üblicherweise davon aus, dass Menschen, die lange auf der Welt sind, viel Wissen und Können angesammelt haben. Also schien die Frage naheliegend: Was machen ältere Menschen mit ihrem Wissen und Können? Im Laufe der Interviews aber habe ich gemerkt, dass es im Alter gar nicht so sehr um angesammeltes Wissen und Können geht, sondern zum Beispiel darum, die Kinder bei der Betreuung der Enkelkinder zu unterstützen oder einer Lieblingsbeschäftigung nachzugehen oder im Garten zu arbeiten oder auch darum, das eigene Wissen und Können weiterzugeben.

Das, was alte Menschen machen, hat eigentlich ganz andere Beweggründe als ihr angesammeltes Wissen und Können anzuwenden. Wenn, dann wollen sie es weitergeben. Ihre Beweggründe sind dann nicht, etwas mit ihrem Wissen und Können zu machen, sondern der Kontakt mit anderen, an die sie es weitergeben können. In meinen Interviews aber habe ich nicht nach der Motivation gefragt sondern danach, wie sie mit ihrem Wissen und Können umgehen. Die Frage ist nicht falsch, aber sie führt irgendwie nicht dahin, wo es interessant wird. Daher habe ich die Idee, Menschen über 65 nach dem Umgang mit ihrem Wissen und Könnens zu befragen, aufgegeben. 

Ich hatte gedacht, die Frage sei für Interviews interessant, weil sie die Möglichkeit öffnet, die Erfahrung von Selbstwirksamkeit zu beschreiben. Mittlerweile aber denke ich, dass Selbstwirksamkeit im Alter nicht unbedingt etwas mit Wissen und Können zu tun hat. 





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