"Vielfalt macht glücklich"

Gestern Abend am Telefon mit einer Freundin... sie erzählte mit Begeisterung von zig verschiedenen Arten von Bohnen und Tomaten, mit denen sie beruflich zu tun hat, und plötzlich sagte sie den Satz: "Vielfalt macht halt glücklich."
Sofort fiel mir ein, dass das Wort "Vielfalt" eines der Lieblingsworte in der Wohnprojekte-Szene ist, und heute Morgen frage ich mich, ob Vielfalt, mit der nicht Gemüsesorten gemeint sind sondern Menschen, auch glücklich macht.
Meistens wird es schwierig zwischen Menschen, wenn Vielfalt ins Spiel kommt, weil wir es offensichtlich lieber haben, mit Leuten zusammen zu sein, mit denen wir in vielem übereinstimmen. Dann können wir uns besser entspannen und fühlen uns eher zugehörig.
Wenn Andere sehr anders sind, werden wir unsicher und spüren, dass wir vieles von ihnen nicht wissen können. Um in Vielfalt glücklich sein zu können, müssten wir Unsicherheit nicht als etwas empfinden, was wir überwinden müssen, sondern uns wohl damit fühlen. Wir müssten auch Nichtwissen als etwas Positives bewerten und uns wohl damit fühlen, andere zu fragen. Ist also nicht so einfach, von der Vielfalt der Gemüsesorten auf die Vielfalt von Menschen zu schließen, und außerdem passt die Perspektive im Vergleich nicht. Denn meine Freundin hat schließlich von außen auf Vielfalt geschaut, sie ist selbst nicht Teil davon. Man müsste eine Tomate oder eine Bohne fragen, wie es sich anfühlt, Teil von Vielfalt zu sein, ob da Konkurrenz aufkommt, oder Neid oder Missgunst oder ....

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