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Miteinander mit sich selbst.

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Miteinander ist Zusammensein mit anderen. Wenn das aber nicht geht, so wie in diesen Wochen, ist die Herausforderung, mit sich allein klar zu kommen.  Miteinander findet ja auf allen Ebenen statt, bei der Arbeit, in der Freizeit, und für diejenigen, die nicht alleine leben, auch zuhause. Wer alleine lebt, hat mit den Begegnungsbeschränkungen nochmal mehr Alleinsein als üblicherweise. Ich lebe allein. Ich gehöre zu denen, die Alleinsein brauchen und genießen können. Aber wenn es zu viel wird, dann wird es auch für mich schwierig. So wie in diesem zweiten Lockdown, in dem, genau wie im Frühjahr, alle Workshops und Seminare, die ich geplant hatte, ausfallen müssen. Mir fehlt die Rolle der Moderatorin und Dozentin. Mir fehlt es, mich vorzubereiten auf einen Workshop, Material zu besorgen, Arbeitsblätter zu gestalten, Abläufe zu entwerfen, sie immer wieder zu überarbeiten wohl wissend, dass ich mich am Ende sowieso nicht daran halte. Weil für mich ein wichtiges Kriterium für das Gelingen ei

Systemisches Konsensieren im Nordrhein-Westfälischen Tischfußballverband

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Ich habe ein Interview mit Jens Uhlemann geführt, dem Präsidenten des Tischfußballverbands in NRW.  Unter anderem sagt Jens:  "Für den Verband, aber auch global, ist für mich der entscheidende Punkt, dass man beim Systemischen Konsensieren den Menschen systembedingt zuhören muss. Bei SK gibt es eine Prozessstruktur, die eine sehr wertschätzende Kommunikation ermöglicht.  Die größten Probleme in Diskussionen ergeben sich meist dadurch, dass die Leute immer in Lösungen denken und sich gegenseitig davon überzeugen wollen. Der Prozess des Systemischen Konsensierens ist so aufgebaut, dass man sich Schritt für Schritt mit den verschiedenen Vorschlägen der möglichen Lösung nähert, indem man einen kreativen Raum zur Verfügung stellt. Und wenn dieser kreative Raum gefüllt ist, kann man in die Analyse gehen, indem man in der Gruppe der Entscheider herausfindet, wo Widerstände sind und wodurch sie ausgelöst werden. Wenn man seinem Gegenüber zuhört und erkennt, woher die Widerstände kommen, d

Bedingungsloses Grundeinkommen

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Alle erhalten dieselbe Summe Geld. Jeden Monat. Alle. Ohne Bedingungen. Arme, Reiche, Junge, Alte. Was würde das für jeden und jede einzelne bedeuten? Und was würde es für unser Miteinander bedeuten? Wären wir dann weniger neidisch? Würden wir mehr Zeit miteinander verbringen? Wären wir kreativer? Hätten wir mehr Spaß? Würden wir uns mehr trauen? Haben wir dann weniger Lust zu arbeiten? Bleiben wir morgens im Bett? Oder oder oder . .. Das Pilotprojekte Grundeinkommen will das alles herausfinden.  Innerhalb von 3 Tagen haben sich eine Million Menschen angemeldet, um beim Projekt mitzumachen.Und man kann immer noch einsteigen. Mitmachen kostet nichts. Nur kann es passieren, dass, wenn man ausgewählt wird, man innerhalb von drei Jahren einige Fragebögen ausfüllen muss. Das wird bezahlt. Ich glaube mit 10 € pro Fragebogen. Es kann auch passieren, dass man ausgewählt wird und 3 Jahre lang monatlich 1.200 € Bedingungsloses Grundeinkommen erhält. Auch dann muss man diese Fragebögen ausfüllen

Gutes Miteinander

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Was ist gutes Miteinander? Diese Frager stelle ich mir immer wieder. Die Antworten darauf sind vielfältig. Eine Antwort ist:  Miteinander ist dann gut, wenn es allen Beteiligten gutgeht.  Das heißt aber nicht, dass es harmonisch zugehen muss, damit Miteinander als gut erlebt wird. Sich in eine Gruppe oder ein Team so einzufügen, dass es allen gutgehen kann, braucht Bewusstheit über sich selbst. Wie man tickt, wie man denkt, wie man fühlt und was einen triggert. Sich mit sich selbst auszukennen ist eine gute Voraussetzung dafür, dass es einem im Miteinander gutgeht. Und den anderen auch. Gutes Miteinander ist aus meiner Sicht am ehesten dadurch gefährdet, dass die anderen Beteiligten bewertet und beurteilt werden. Und richtig schwierig wird es, wenn diese Bewertungen und Beurteilungen hintenrum mit wieder anderen besprochen werden. Ich werde immer sehr hellhörig, wenn mir jemand von den "anderen" berichtet.  Den Blick auf andere zu richten ist im Miteina

acceptify - App für Systemisches Konsensieren

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Am 12. Juni 2020 habe ich mit den beiden Geschäftsführern Willem Brinkert und Dominik Berger von acceptify ein Online - Interview geführt. Willem sagt unter anderem: "Der eigentliche Gedanke hinter der Anwendung der Methode ist ja, dass sich etwas im Hinterkopf bewegt, wenn ich, anstatt nach Ja und Nein zu fragen, die Frage stelle: Was muss ich an meiner Lösung oder meinem Vorschlag ändern und wie muss ich ihn anpassen, damit der, der mir gegenüber sitzt und gerade nicht zufrieden ist, zufriedener wird? Das ist ja das Eigentliche, um das es geht. "   Hier gehts zum Interview.  Dominik Berger (oben) und Willem Brinkert

Der Kreis und die Mitte.

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Wenn es um Miteinander geht, ist der Kreis die Form, die alle zusammenbringt.  Alle können alle sehen. Alle können alle hören. Alle sind eingereiht. Alle sehen die Mitte.  Kein Kreis ohne Mitte.  Die Mitte ist das Zentrum, um das sich der Kreis bildet. Meist wird diese Mitte gestaltet. Mit Blumen oder Gegenständen. Ohne Kreis kein Miteinander. Die vielen Online-Gesprächsrunden, die ich in letzter Zeit erlebt habe, werden als Kreisgespräche gestaltet. Weil es die beste Form ist, damit alle reden können, also sicher sein können, zu Wort zu kommen. Nacheinander reden und gegenseitiges Zuhören sind damit gegeben. Aber was ist mit der Mitte? Ich habe schon mehrmals erlebt, dass der oder die Moderatorin sich selbst zur Mitte gemacht hat. Wahrscheinlich, weil er oder sie keine andere Idee hatte, wie die Online-Mitte gestaltet werden kann.  Es bräuchte ein Online-Symbol für die Mitte eines Kreises. Das könnte ein zweiter Bildschirm des/der Moderatorin sein, d

Immer wieder Genderthemen

Gerade habe ich einen Artikel bei spiegel online gelesen: Männer erklären, wie systemrelevant Frauen sind. Es geht um Medienpräsenz in der Coronakrise und darum, dass herausgefunden wurde, dass als Experten zu den anstehenden Themen vier Mal mehr Männer als Frauen zu Interviews oder Talkshows oder anderen Expertenkreisen eingeladen werden. Als Erklärung dafür werden mehrere Gründe genannt. Hier möchte ich mich jedoch auf nur einen beziehen. Bei Untersuchungen darüber, WIE in den sozialen Medien über die Krise berichtet wurde, haben die Forscher*innen festgestellt, dass Frauen öfter Witziges oder Ironisierendes und Privates über ihr Erleben in der Krise gepostet haben, Männer dagegen mehr über ihre beruflichen Themen, ihre Fortbildungen etc. Womit sich sich eher als Gesprächspartner für öffentliche Themen anbieten als Frauen. Sie werden demnach auch eher von Redaktionen gefunden und angefragt. Dazu kommt, dass Frauen Anfragen auch eher absagen als Männer, weil sie außerhalb der reg

Elisabeth Hollerbach - Gründerin der wagnis eG in München

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Die wagnis eG ist eine Wohnungsgenossenschaft, Elisabeth Hollerbach hat sie mitbegründet und war jahrelang ihr Vorstand. w a g n i s heißt:  W ohnen und A rbeiten in G emeinschaft, n achbarschaftlich, i nnovativ und s elbstbestimmt . Ich habe Elisabeth Hollerbach 2017 zum Interview getroffen.

Nähe und Distanz - ein Thema im Miteinander

Ende Mai 2020. Die Einschränkungen im öffentlichen Leben werden weniger. Das ständige Ausloten physischer Nähe und Distanz im öffentlichen Miteinander hat unser Verhalten verändert. Wahrscheinlich geht es vielen so wie mir: Man checkt schnell ab, ob man einen Schritt zur Seite oder zurück geht. Man macht Bögen um andere. Man hält an und wartet. Anders als früher, als es darum ging, niemanden anzurempeln, niemand Fremdes körperlich zu berühren. Heute geht es um Abstandsregeln und diesen einen Meter fünfzig. Für physische Nähe und Distanz sind ja immer alle an der Situation beteiligte Personen gleichzeitig zuständig. Nähe und Distanz so herzustellen, dass alle zufrieden sind, braucht Sensibilität und die Bereitschaft, seinen Teil dazu beizutragen. Aber offensichtlich gibt es Personen, die davon ausgehen, dass es immer die anderen sind, die für die richtige Nähe beziehungsweise die richtige Distanz zuständig sind. Ich habe in letzter Zeit häufiger gehört, wie sich Leute darüber besc

Einblicke ins Private

In all den vielen Video-Treffen, seien sie privat oder beruflich, und auch in den öffentlich ausgestrahlten Videos, überall schaut man derzeit in Wohnungen. Die Gesprächspartner*innen sitzen manchmal vor einer Wand oder vor einem Vorhang. Sehr beliebt als Hintergrund sind übrigens Bücherregale. Wer sich mit Zoom auskennt, kennt auch die Angebote an virtuellen Hintergründen, die die Software bereithält. Natürlich kann man auch einen persönlichen virtuellen Hintergrund nehmen, ein Foto zum Beispiel, das man mal irgendwann gemacht hat und das jetzt gut als Hintergrund für Zoom-Konferenzen zu passen scheint. Wer das Konzert One World together at home gesehen hat, weiß jetzt, wie die Stones eingerichtet sind, welche Farben im Wohnzimmer von Lady Gaga leuchten und wie es auf der Gartentreppe von Jack Johnson aussieht. Beim Checken, ob die Kamera richtig eingestellt ist, kurz bevor ich an einem Zoom-Meeting teilnehme, ist es mir wichtiger geworden, welchen Blick in mein Wohnzimmer sie