Die soziale Bewegung der Gemeinschaftlichen Wohnprojekte.

Was ist eine soziale Bewegung? Bei Wikipedia steht folgendes:
"Unter einer sozialen Bewegung, auch kurz Bewegung, wird in den Sozialwissenschaften ein kollektiver Akteur oder ein soziales System verstanden, der bzw. das unterschiedliche Organisationsformen umfasst und mit unterschiedlichen Mobilisierungs- und Handlungsstrategien versucht, gesellschaftlichen Wandel zu beschleunigen ..."

Die vielen Menschen, die sich überall im Land zusammentun, um gemeinsam ein Wohnprojekt zu realisieren, sind längst zu einer Bewegung geworden, die allerdings noch nicht überall erkannt wird, auch nicht innerhalb der Bewegung selbst. Die meisten Gruppen, die sich gründen, haben kein oder wenig Selbstverständnis davon, zu einer Bewegung zu gehören.

Wohnprojektgruppen sind immer lokal verortet, denn schließlich geht es um ein Gebäude, das errichtet werden soll. Und wenn es vor Ort verschiedene ProjektGruppen gibt, so sehen sie sich oft als Konkurrenten, wenn es um Grundstücke und um Unterstützung seitens der Kommune geht oder um Positionierung auf dem Immobilienmarkt. 
Und weitere Gründe verhindern den Zusammenschluss, wie die Idee, Wohnen sei eine private Angelegenheit. Dabei lassen die meisten WohnGruppenMitglieder außer acht, dass sie in dem Moment, in dem sie sich mit anderen zusammentun, um ein Projekt zu gründen, aus welchem Grund auch immer, nicht mehr rein privat unterwegs sind, sondern Mitglied einer WirStruktur werden, die keine reine Privatangelegenheit mehr sein kann.
Hinzu kommt die Tatsache, dass die neu gegründeten Gruppen so viel mit sich selbst zu tun haben, dass da kaum noch Kapazitäten frei sind, mit denen die Vernetzung und der Zusammenschluss mit anderen Gruppen aktiv vorangetrieben werden könnte. 
Und oft ist es so, dass in den Gruppen, sobald sie ihr Projekt realisiert haben und endlich mit dem Gemeinschaftlichen Wohnen anfangen können, das Interesse verloren geht, weiterhin am Thema und an der gesellschaftlichen Bewegung mitzuarbeiten.

Übrigens: Konkurrenzdenken verhindert natürlich einen Zusammenschluss, aber genau das wäre wichtig, um auf politischer Ebene erfolgreicher sein zu können. Ein Zusammenschluss würde auch ermöglichen, sich selbst als Bewegung erkennen zu können und ein Selbstbewusstsein entwickeln zu können, aus dem heraus agiert werden kann, nach dem Motto: Gemeinsam sind wir stark. 


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