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Video zu Entscheidungsverfahren

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Vor einigen Wochen wurde im Rahmen einer Veranstaltung in der Melanchthon-Akademie in Köln ein Video aufgenommen, in dem ich erläutere, welche Möglichkeiten eine Gruppe hat herauszufinden und zu entscheiden, welcher Grill gekauft werden soll.  Es geht vor allem um das Verfahren des Systemischen Konsensierens. Hier gehts zum Video.

Vision und Entscheidungsprinzip

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Wohnprojektgruppen entwickeln zu Beginn ihrer Zusammenarbeit üblicherweise eine gemeinsame Vision. Dieser Prozess der Visions-Entwicklung ist oft der Einstieg in das Gemeinschaftsleben. Gruppen, die auf diesen Einstieg verzichten, berauben sich der Grundsteinlegung ihres Gemeinschaftslebens.  Manche Gruppen meinen, die gemeinsame Vision sei doch klar, wenn Leute zu den Einladungen kommen, in denen angekündigt wird, dass es um ein gemeinsames Wohnprojekt geht. Irgendwie gehen sie davon aus, dass dasselbe zu wollen auch heißt, dass dasselbe für alle dasselbe ist. Ein gemeinschaftliches Wohnprojekt kann für jeden und jede, die mitmachen will, etwas anderes bedeuten. Selbst wenn der Standort feststeht und alle sagen: Ja, da will ich wohnen, diesen Platz finde ich gut, kann es sein, dass zu der Art, WIE dort zusammen gewohnt wird, vollkommen unterschiedliche Vorstellungen bestehen.  Also ist es wichtig, eine Gruppensituation zu schaffen, in der jede und jeder seine persönliche und individue

Systemisches Konsensieren - ein Impulsvortrag

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Üblicherweise versuchen wir, wenn wir Inhalte vermitteln, diese Inhalte zu systematisieren und sie mithilfe einer Struktur, einer Ordnung, eines Systems den Lernenden nahezubringen.  Wie aber vermittelt man Systemisches, das keine lineare Ordnung hat, sondern prozesshaft ist. Und wie lernt man etwas, wenn es nicht systematisch dargeboten wird?  Meine Erfahrung ist, dass, wenn die Systematik beim Vermitteln wegfällt, die Beziehung zwischen Vermittlerin und Lernenden eine viel größere Bedeutung erlangt. Damit wird ein zwischenmenschliches Feld eröffnet, welches sozusagen der Ersatz für Systematik ist und in dem Systemisches stattfinden kann. Wenn dieses Feld jedoch nicht entstehen kann oder soll, dann muss Systemisches Konsensieren systematisiert werden. Der Impulsvortrag für die Veranstaltung PowerTalk der Melanchthon-Akadmie in Köln ist ziemlich systematisch geworden.  Hier   gehts zum Video.

"Wie wollen wir miteinander umgehen?"

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Die wichtigste Frage überhaupt. Egal um welches Thema es geht. Egal um welches Projekt es geht. Egal ob die Gruppe klein oder groß ist, ob es zwei Menschen sind oder viele, die etwas zusammen machen. Es geht immer auch um die Frage, wie miteinander umgegangen wird. Wie beziehen wir uns aufeinander? Wie denken wir übereinander? Wie reden wir miteinander? Reden wir auch übereinander? Reden wir auch übereinander, wenn diejenigen, über die wir reden, nicht dabei sind?  Natürlich ist das WAS wichtig. Das Thema, das Anliegen. Natürlich sind Daten und Fakten und Zahlen wichtig. Natürlich sind inhaltliche Zusammenhänge wichtig. Natürlich geht es immer um ETWAS, dem wir Bedeutung beimessen. Aber WIR, also die Menschen, die sich um dieses ETWAS kümmern, sind auch wichtig. Ohne uns würde sich nämlich dieses ETWAS nicht bewegen. Jede Gruppe, jedes Team, jedes Miteinander bildet ganz automatisch und aus sich heraus ein soziales System, in dem Rang und Macht und Abhängigkeiten eine Rolle spielen. Ob

Der Gemeinschaftskompass. Eine Orientierungshilfe für kollektives Leben und Arbeiten.

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Dies ist der Titel des Buches, das Eva Stützel geschrieben hat und das im April im oekom verlag herausgekommen ist. Ein tolles Buch !!! Vor allem für diejenigen, die sich zusammentun, um gemeinsam ein Wohnprojekt zu planen, zu verwirklichen, um dann zusammen zu wohnen und zu leben. Aber auch für diejenigen, die bereits zusammen wohnen und leben. Aber auch für andere, die sich mit anderen zusammentun und ein gemeinsames Projekt entwickeln und umsetzen. Zum Beispiel eine Nachbarschaftsgruppe oder eine Freizeitgruppe oder eine Lerngruppe. Alle Gruppen, denen es auch um die Gemeinschaft geht, können Aspekte des Gemeinschaftskompass`, den Eva Stützel entwickelt hat und den sie in diesem Buch ausführlich vorstellt, anwenden.  Das Buch ist nix für diejenigen, die um jeden Preis ihr Ziel erreichen wollen, denen also der persönliche Erfolg wichtiger ist als das Gemeinschaftliche. Wer denkt, man müsse doch nur "vernünftig" miteinander reden, dann würde sich alles andere schon ergeben,

"Mit Widerstand arbeiten, statt dagegen ankämpfen!"

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In der Interview-Reihe zum Systemischen Konsensieren ( SK) habe ich im Februar 2021mit Mathias Schwab auf Zoom gesprochen.  Mathias Schwab unterstützt mit seinem Beratungsunternehmen prozessintervention.ch seit bald 20 Jahren Menschen, Gruppen, Teams, Organisationen und Unternehmen mit Angeboten in den Bereichen Beratung, Entwicklung, Begleitung und Intervention, Prävention, Weiterbildung. Von ihm ist der Satz:" Mit Widerstand arbeiten, statt dagegen ankämpfen! "  Hier geht es zum Interview. Mathias Schwab

Ressource der Zukunft: VERTRAUEN

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W elche Ressource ist die wichtigste für unsere Zukunft? Nicht das Öl. Auch nicht (mehr) das Geld. Nicht einmal die Aufmerksamkeit, diese Kunstwährung des hypermedialen Zeitalters. Es ist das VERTRAUEN. Diese Zeilen las ich eben in einem Aufsatz von Matthias Horx. Und das nachdem ich gestern den Blogeintrag geschrieben hatte mit dem Titel: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Also besser und unmittelbarer hätte sich das Thema VERTRAUEN für mich nicht weiterentwickeln können. Zum Aufsatz von Matthias Horx mit dem Titel: Die Zukunfts-Ressource. Unter anderem schreibt Horx:  E s gibt drei Ebenen von Vertrauen: Gesellschaftlich, persönlich und in der Form des Selbst-Vertrauens. Gesellschaftliches Vertrauen bezieht sich auf die Sozialordnung, in der wir leben. Auf das Verhältnis von Ich und IHR. Dazu gehört: politisches Vertrauen. Institutionelles Vertrauen. Auch Markt-Vertrauen. Werde ich betrogen, wenn ich etwas kaufe? Persönliches Vertrauen bezieht sich auf unser konkretes Beziehung

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.

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Wir alle kennen diesen Spruch umgekehrt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und wir haben auch die dazu passenden Gedanken, nämlich dass es ohne Kontrolle nicht geht, dass Kontrolle wichtig ist, denn wenn nicht kontrolliert wird, dann kann ja Jeder und Jede machen, was er oder sie will. Und wo kommen wir denn dann hin, wenn alle machen, was sie wollen? Ins Chaos! Dieser Gedankengang ist uns allen vertraut, weil wir ihn seit unserer Kindheit gehört und ihn einfach übernommen haben und an ihn glauben. Was aber wenn die Zusammenhänge, in denen wir heute leben, derart komplex geworden sind und Kontrolle im alten Sinn gar nicht mehr funktionieren kann, weil sie zu viele Details berücksichtigen müsste? Oder wenn wir das Covid-19 Virus erstmal gar nicht kontrollieren können, weil es total neu ist?  Komplexitäten und Neuheiten sind für Menschen, denen Kontrollieren wichtig ist, eine besonders große Herausforderung, denn sie merken, dass ihre Kontrollmechanismen, so wie sie sie kennen, ni

Systemisches Konsensieren passt zu agilen Arbeitsmethoden

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Im Oktober 2020 habe ich Markus Rossmann per Skype interviewt. Er berichtet von seinen Erfahrungen als Scrum-Master, Kommunikationstrainer und Konsens-Moderator mit Begeisterung für die Gewaltfreie Kommunikation. Unter anderem ging es in unserem Gespräch um den Schlüssel vom Systemischen Konsensieren: Was denkst du ist der Schlüssel von SK? Ich denke, der Schlüssel von SK ist, den Menschen einen Raum zu geben, gehört zu werden. In einer Gruppe diskutieren Menschen oft über etwas und manche haben den Eindruck: Ich werde hier gerade nicht gehört. Das ist eine häufige Erfahrung von Menschen. SK lässt einen Raum entstehen, in dem sich Menschen zuhören. Hier gehts zum Interview.                                                      Markus Rossmann

Miteinander mit sich selbst.

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Miteinander ist Zusammensein mit anderen. Wenn das aber nicht geht, so wie in diesen Wochen, ist die Herausforderung, mit sich allein klar zu kommen.  Miteinander findet ja auf allen Ebenen statt, bei der Arbeit, in der Freizeit, und für diejenigen, die nicht alleine leben, auch zuhause. Wer alleine lebt, hat mit den Begegnungsbeschränkungen nochmal mehr Alleinsein als üblicherweise. Ich lebe allein. Ich gehöre zu denen, die Alleinsein brauchen und genießen können. Aber wenn es zu viel wird, dann wird es auch für mich schwierig. So wie in diesem zweiten Lockdown, in dem, genau wie im Frühjahr, alle Workshops und Seminare, die ich geplant hatte, ausfallen müssen. Mir fehlt die Rolle der Moderatorin und Dozentin. Mir fehlt es, mich vorzubereiten auf einen Workshop, Material zu besorgen, Arbeitsblätter zu gestalten, Abläufe zu entwerfen, sie immer wieder zu überarbeiten wohl wissend, dass ich mich am Ende sowieso nicht daran halte. Weil für mich ein wichtiges Kriterium für das Gelingen ei