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didaktisch systemisch

Am Samstag, 16.11. habe ich in der Melanchthon-Akademie in Köln eine Einführung in Systemisches Konsensieren angeboten. Neun Teilnehmer*innen waren gekommen. Einige kannten das Systemische Konsensieren bereits, andere hatten zwar davon gehört, wussten aber nichts genaues  und wieder andere waren neugierig und wollten wissen, worum es bei SK geht.

Ich hatte den Workshop für drei Stunden geplant, von 10 bis 13 Uhr.
Sehr wenig Zeit für das komplexe Thema. Vielleicht zu wenig?

Während der Vorbereitung für den Workshop hatte mich vor allem eine Frage bewegt:
Kann man etwas Systemisches systematisch vermitteln?
Darf man das überhaupt?
Oder muss man einen Inhalt, der systemisch funktioniert, auch mithilfe systemischer Mittel und Methoden vermitteln?
Und wie kann das gehen?

Ich hatte selbst als Lernende die Erfahrung gemacht, dass Systemisches Konsensieren auf systematische Art und Weise vermittelt wurde. Als Lernende war ich dabei in einen latenten Stresszustand geraten, den ich mir lange ni…

Systemisches Konsensieren in Unternehmen

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Ein Interview mit Tom Müller, Experte für Gruppenintelligenz.

Tom Müller arbeitet seit 1985 mit Menschen im Angesicht des Wandels und begleitet sie, das eigene Verhalten auf Veränderungen anzupassen. Auslöser für diesen Wandel waren und sind digitale Werkzeuge und Technologien – die Digitalisierung. Sein Fokus ist Gruppenintelligenz – sie zu aktivieren für vielschichtige, drängende Aufgaben in Teams, Unternehmen. Diese für Organisationen so wichtige Weisheit der Vielen sollte auch in Besprechungen wirken. Er ist überzeugt, dass Veränderungen sich gemeinsam gut und sicher bewältigen lassen. Dies beginnt bei tragfähigen Entscheidungen – in Sitzungen, Besprechungen und Meetings.



Workshop zum Umgang mit Nichtwissen und Nichtkönnen.

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Das wäre doch mal ein Angebot in einer Bildungseinrichtung für Erwachsene. Ein VHS- Kurs zum Beispiel. Ich fürchte jedoch, dieser Workshop würde wegen zu geringer Anmeldungen nicht stattfinden. Aber vielleicht irre ich mich auch. Mal sehn, ob ich mich mal traue und solch ein Workshop-Angebot mache.
Nichtwissen und Nichtkönnen wird üblicherweise als Mangel von etwas empfunden. Man will es nicht haben und versucht, diesen Mangel so schnell wie möglich zu beenden und sich das, was man nicht weiß oder kann, draufzuschaffen. So oder so oder so. Das ist ja auch eine gute Idee, denn Wissen und Können schaden in keinem Fall.
Jetzt leben wir aber in einer Zeit, in der Wissen und Können dermaßen vielfältig sind, dass wir alle, egal wie alt wir sind und was wir draufhaben, von Zeit zu Zeit damit konfrontiert werden, etwas nicht zu wissen und etwas nicht zu können. Und das ist der Moment, um den es mir geht und über den ich hier schreibe.
Mich interessiert dieser eine Moment, in dem ich feststell…

Persönlicher Entwicklungsprozess in Wohnprojektgruppen

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Wer sich zusammentut, um gemeinsam ein Wohnprojekt zu realisieren, denkt nicht unbedingt an einen persönlichen Entwicklungsprozess. Schließlich will man ja nur wohnen. Okay, diesmal zusammen mit anderen. Aber wieso soll dazu die eigene Entwicklung vonnöten sein?
Ich halte diese Einschätzung, sich selbst nicht entwickeln zu müssen, wenn man ein Wohnprojekt plant und verwirklicht, für eine Fehleinschätzung. Wer etwas tut, was er oder sie noch nie in ihrem Leben zuvor getan hat, sollte davon ausgehen, dass dieses Neue etwas erfordert, was er oder sie noch nicht kennt und noch nicht kann. Wer früher als Student*in in einer WG gewohnt hat, sollte nicht meinen, das würde als Erfahrung reichen, um später, oder erst im Alter, nochmal sowas ähnliches zu starten. Die Zeiten haben sich geändert. Man selbst auch. Wir wissen alle, wie individualisiertes Wohnen und Leben geht. Aber Gemeinschaftsleben? Wie das geht, das müssen wir lernen. Zumindest die allermeisten von uns.

Was passiert eigentlich, …

Hierarchie in selbstorganisierten Gruppen

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Zum Beispiel Wohnprojekt-Gruppen.
Leute tun sich zusammen mit der Idee, gemeinsam in einem Haus zu wohnen. Wie die einzelnen Wohnsituationen gestaltet werden, ist verschieden, aber meistens will jeder und jede ihre eigene Wohnung haben. Gemeinsam hat die Gruppe dann noch einen Gemeinschaftsraum für das Gruppenleben. Oft wird der Gruppe schnell klar, WAS zu tun ist, damit aus der Idee Wirklichkeit wird. Eins aber wird üblicherweise weder bedacht noch besprochen, und das ist das WIE.
Wie tun wir das, was zu tun ist?
Wie treffen wir als Gruppe Entscheidungen?
Wie kommunizieren wir innerhalb der Gruppe?
Wie kommunizieren wir nach außen?
Wie wählen wir unsere Sprecher*in?

WIE ORGANISIEREN WIR UNS?

Diese Frage ist aus meiner Sicht das wichtigste Thema, das zu Beginn einer Wohnprojektgruppe besprochen werden sollte. Dazu ist es gut zu wissen, was Organisationsentwicklung bedeutet, welche Möglichkeiten der Selbstorganisation es gibt und wie sich das Thema in den letzten Jahren ganz allgemein …

Interview: Systemisches Konsensieren

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Adela Mahling von den Konsenslotsen in Berlin und Dominik Berger vom Business Konsens in Graz haben sich mit mir zum Interview getroffen.

Dominik: Wo Menschen zusammen leben, wo Menschen zusammen arbeiten, gibt es Spannungen. Ein gutes Zusammenleben braucht einen Umgang mit diesen Spannungen. Gelingt das, ist es ein lebendiges Miteinander, wo es Kreativität gibt, wo es einen guten Ausgleich zwischen Individualität und Gemeinwohl gibt. 

Adela: Viele glauben ja, dass das Mehrheitsprinzip das Beste ist und dass Demokratie gleich Mehrheit ist. Sie wissen nicht und ahnen auch nicht, dass es etwas Sinnvolleres gibt, und deshalb können sie der neuen Methode auch nicht vertrauen. Sie wissen nicht, dass es etwas gibt, das ihre Ressourcen und ihre eigenen Interessen noch mehr schützt, als in den Kampf um die Mehrheit zu gehen.

Hier gehts zum Interview


Alles wirkliche Leben ist Begegnung.

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Dieses Zitat von Martin Buber steht auf der Website der Begegnungsstätte Haus am Schwanenring in Moers. Dort werde ich am 19. September um 18 Uhr aus dem Buch Ab ins Wohnprojekt!lesen.

In Moers gibt es eine Gruppe, die sich u.a. dem Thema gemeinschaftlich Wohnen in Moers widmet und diese Website betreibt: https://www.wohnschule-moers.de

Hier noch der Link zu einer ausführlichen Rezension des Buches Ab ins Wohnprojekt!


Organisationsstruktur im freiwilligen Engagement

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Mein Thema und das Feld meiner Aktivitäten sind WohnprojektGruppen und Gruppen vor allem älterer Menschen, die nach dem Berufsleben ehrenamtlich unterwegs sind. Manche der EhrenamtsGruppen werden von Hauptamtlichen geleitet, so dass eine Organisationsstruktur vorgegeben ist. In Köln, zum Beispiel, werden an vielen verschiedenen Orten Seniorennetzwerke von Hauptamtlichen aufgebaut, und nach einigen Jahren ziehen sich diese zurück und die Ehrenamtlichen müssen in ihrer eigenen Organisationsstruktur alleine weitermachen. WohnprojektGruppen müssen von Anfang an ihre eigene Organisationsstruktur schaffen.
Ich war vor einigen Jahren bei einigen Anfängen von WohnprojektGruppen dabei und habe miterlebt,  dass das Thema Organisationsstruktur immer sehr schnell abgehandelt wurde. Es wurde nicht wirklich besprochen, weil die meisten, oder alle, nicht wirklich wussten WIE es hätte besprochen werden können und welche Möglichkeiten sie haben. Es schien immer so, als hätte die Gruppe nur die Wahl, …

Führung und Verantwortung im Ehrenamt - eine interessante Gemengelage

Wer übernimmt eigentlich die Führung, zum Beispiel in Wohnprojektgruppen oder in anderen Gruppen, die sich aus ehrenamtlich Aktiven zusammensetzen und keine Vereinsstruktur haben?
Diese Frage bewegt mich seit einiger Zeit und ich nutze jede Gelegenheit, die sich mir bietet, Leute zu fragen, die Erfahrung haben mit ehrenamtlichen Aktivitäten und Gruppen.

Die Antworten auf meine Frage sind keineswegs klar. Da heißt es z.B.: "Die Führung übernimmt der oder die, die die Verantwortung übernimmt." Oft wird auch gesagt, dass man das Wort Führung überhaupt nicht mag und es auch nicht im Zusammenhang mit ehrenamtlicher Tätigkeit hören will. Jedenfalls ist Führung im Bereich des freiwilligen Engagements ein heikles Thema.

Warum eigentlich? Oft sind diejenigen, mit denen ich gesprochen habe, schon im Rentenalter. Also haben sie viel Erfahrung mit Führung, sei es aus dem Berufsleben oder auch im Privaten. Wobei im Privaten der Begriff Führung eher nicht geläufig ist.

Aber im Berufsleben…

Sehnsucht nach Gemeinschaft

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Gerald Hüther sagt, dass wir mit zwei widersprüchlichen Bedürfnissen auf diese Welt kommen. Das ist das Bedürfnis nach Verbundenheit einerseits und andererseits das Bedürfnis nach Autonomie. Wir wollen also dazugehören und wir wollen selbstbestimmt sein.
Um dazuzugehören müssen wir uns oft anpassen. Wenn diese Anpassung aber unser Bedürfnis nach Selbstbestimmtheit und Selbständigkeit einschränkt, dann haben wir einen Konflikt.
Ich kenne diesen Konflikt sehr gut. Er begleitet mich mein Leben lang. Üblicherweise löse ich ihn dadurch, dass ich mich zurückziehe und aus der Anpassungs-Anforderung aussteige. Damit gebe ich dann auch üblicherweise die Verbundenheit auf.
Aber ich suche sie immer wieder neu, immer wieder anders, in immer wieder neuen Rollen, mit immer wieder anderen Menschen, in immer wieder neuen Zusammenhängen.
Ich würde sagen, dass dieses Suchen nach immer wieder neuen Verbindungen mit anderen und das Ausprobieren und Ausloten meiner Anpassungs-Möglichkeiten mein Leben best…