Posts

"Mit Widerstand arbeiten, statt dagegen ankämpfen!"

Bild
In der Interview-Reihe zum Systemischen Konsensieren ( SK) habe ich im Februar 2021mit Mathias Schwab auf Zoom gesprochen.  Mathias Schwab unterstützt mit seinem Beratungsunternehmen prozessintervention.ch seit bald 20 Jahren Menschen, Gruppen, Teams, Organisationen und Unternehmen mit Angeboten in den Bereichen Beratung, Entwicklung, Begleitung und Intervention, Prävention, Weiterbildung. Von ihm ist der Satz:" Mit Widerstand arbeiten, statt dagegen ankämpfen! "  Hier geht es zum Interview. Mathias Schwab

Ressource der Zukunft: VERTRAUEN

Bild
W elche Ressource ist die wichtigste für unsere Zukunft? Nicht das Öl. Auch nicht (mehr) das Geld. Nicht einmal die Aufmerksamkeit, diese Kunstwährung des hypermedialen Zeitalters. Es ist das VERTRAUEN. Diese Zeilen las ich eben in einem Aufsatz von Matthias Horx. Und das nachdem ich gestern den Blogeintrag geschrieben hatte mit dem Titel: Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser. Also besser und unmittelbarer hätte sich das Thema VERTRAUEN für mich nicht weiterentwickeln können. Zum Aufsatz von Matthias Horx mit dem Titel: Die Zukunfts-Ressource. Unter anderem schreibt Horx:  E s gibt drei Ebenen von Vertrauen: Gesellschaftlich, persönlich und in der Form des Selbst-Vertrauens. Gesellschaftliches Vertrauen bezieht sich auf die Sozialordnung, in der wir leben. Auf das Verhältnis von Ich und IHR. Dazu gehört: politisches Vertrauen. Institutionelles Vertrauen. Auch Markt-Vertrauen. Werde ich betrogen, wenn ich etwas kaufe? Persönliches Vertrauen bezieht sich auf unser konkretes Beziehung

Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser.

Bild
Wir alle kennen diesen Spruch umgekehrt: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Und wir haben auch die dazu passenden Gedanken, nämlich dass es ohne Kontrolle nicht geht, dass Kontrolle wichtig ist, denn wenn nicht kontrolliert wird, dann kann ja Jeder und Jede machen, was er oder sie will. Und wo kommen wir denn dann hin, wenn alle machen, was sie wollen? Ins Chaos! Dieser Gedankengang ist uns allen vertraut, weil wir ihn seit unserer Kindheit gehört und ihn einfach übernommen haben und an ihn glauben. Was aber wenn die Zusammenhänge, in denen wir heute leben, derart komplex geworden sind und Kontrolle im alten Sinn gar nicht mehr funktionieren kann, weil sie zu viele Details berücksichtigen müsste? Oder wenn wir das Covid-19 Virus erstmal gar nicht kontrollieren können, weil es total neu ist?  Komplexitäten und Neuheiten sind für Menschen, denen Kontrollieren wichtig ist, eine besonders große Herausforderung, denn sie merken, dass ihre Kontrollmechanismen, so wie sie sie kennen, ni

Systemisches Konsensieren passt zu agilen Arbeitsmethoden

Bild
Im Oktober 2020 habe ich Markus Rossmann per Skype interviewt. Er berichtet von seinen Erfahrungen als Scrum-Master, Kommunikationstrainer und Konsens-Moderator mit Begeisterung für die Gewaltfreie Kommunikation. Unter anderem ging es in unserem Gespräch um den Schlüssel vom Systemischen Konsensieren: Was denkst du ist der Schlüssel von SK? Ich denke, der Schlüssel von SK ist, den Menschen einen Raum zu geben, gehört zu werden. In einer Gruppe diskutieren Menschen oft über etwas und manche haben den Eindruck: Ich werde hier gerade nicht gehört. Das ist eine häufige Erfahrung von Menschen. SK lässt einen Raum entstehen, in dem sich Menschen zuhören. Hier gehts zum Interview.                                                      Markus Rossmann

Miteinander mit sich selbst.

Bild
Miteinander ist Zusammensein mit anderen. Wenn das aber nicht geht, so wie in diesen Wochen, ist die Herausforderung, mit sich allein klar zu kommen.  Miteinander findet ja auf allen Ebenen statt, bei der Arbeit, in der Freizeit, und für diejenigen, die nicht alleine leben, auch zuhause. Wer alleine lebt, hat mit den Begegnungsbeschränkungen nochmal mehr Alleinsein als üblicherweise. Ich lebe allein. Ich gehöre zu denen, die Alleinsein brauchen und genießen können. Aber wenn es zu viel wird, dann wird es auch für mich schwierig. So wie in diesem zweiten Lockdown, in dem, genau wie im Frühjahr, alle Workshops und Seminare, die ich geplant hatte, ausfallen müssen. Mir fehlt die Rolle der Moderatorin und Dozentin. Mir fehlt es, mich vorzubereiten auf einen Workshop, Material zu besorgen, Arbeitsblätter zu gestalten, Abläufe zu entwerfen, sie immer wieder zu überarbeiten wohl wissend, dass ich mich am Ende sowieso nicht daran halte. Weil für mich ein wichtiges Kriterium für das Gelingen ei

Systemisches Konsensieren im Nordrhein-Westfälischen Tischfußballverband

Bild
Ich habe ein Interview mit Jens Uhlemann geführt, dem Präsidenten des Tischfußballverbands in NRW.  Unter anderem sagt Jens:  "Für den Verband, aber auch global, ist für mich der entscheidende Punkt, dass man beim Systemischen Konsensieren den Menschen systembedingt zuhören muss. Bei SK gibt es eine Prozessstruktur, die eine sehr wertschätzende Kommunikation ermöglicht.  Die größten Probleme in Diskussionen ergeben sich meist dadurch, dass die Leute immer in Lösungen denken und sich gegenseitig davon überzeugen wollen. Der Prozess des Systemischen Konsensierens ist so aufgebaut, dass man sich Schritt für Schritt mit den verschiedenen Vorschlägen der möglichen Lösung nähert, indem man einen kreativen Raum zur Verfügung stellt. Und wenn dieser kreative Raum gefüllt ist, kann man in die Analyse gehen, indem man in der Gruppe der Entscheider herausfindet, wo Widerstände sind und wodurch sie ausgelöst werden. Wenn man seinem Gegenüber zuhört und erkennt, woher die Widerstände kommen, d

Bedingungsloses Grundeinkommen

Bild
Alle erhalten dieselbe Summe Geld. Jeden Monat. Alle. Ohne Bedingungen. Arme, Reiche, Junge, Alte. Was würde das für jeden und jede einzelne bedeuten? Und was würde es für unser Miteinander bedeuten? Wären wir dann weniger neidisch? Würden wir mehr Zeit miteinander verbringen? Wären wir kreativer? Hätten wir mehr Spaß? Würden wir uns mehr trauen? Haben wir dann weniger Lust zu arbeiten? Bleiben wir morgens im Bett? Oder oder oder . .. Das Pilotprojekte Grundeinkommen will das alles herausfinden.  Innerhalb von 3 Tagen haben sich eine Million Menschen angemeldet, um beim Projekt mitzumachen.Und man kann immer noch einsteigen. Mitmachen kostet nichts. Nur kann es passieren, dass, wenn man ausgewählt wird, man innerhalb von drei Jahren einige Fragebögen ausfüllen muss. Das wird bezahlt. Ich glaube mit 10 € pro Fragebogen. Es kann auch passieren, dass man ausgewählt wird und 3 Jahre lang monatlich 1.200 € Bedingungsloses Grundeinkommen erhält. Auch dann muss man diese Fragebögen ausfüllen

Gutes Miteinander

Bild
Was ist gutes Miteinander? Diese Frager stelle ich mir immer wieder. Die Antworten darauf sind vielfältig. Eine Antwort ist:  Miteinander ist dann gut, wenn es allen Beteiligten gutgeht.  Das heißt aber nicht, dass es harmonisch zugehen muss, damit Miteinander als gut erlebt wird. Sich in eine Gruppe oder ein Team so einzufügen, dass es allen gutgehen kann, braucht Bewusstheit über sich selbst. Wie man tickt, wie man denkt, wie man fühlt und was einen triggert. Sich mit sich selbst auszukennen ist eine gute Voraussetzung dafür, dass es einem im Miteinander gutgeht. Und den anderen auch. Gutes Miteinander ist aus meiner Sicht am ehesten dadurch gefährdet, dass die anderen Beteiligten bewertet und beurteilt werden. Und richtig schwierig wird es, wenn diese Bewertungen und Beurteilungen hintenrum mit wieder anderen besprochen werden. Ich werde immer sehr hellhörig, wenn mir jemand von den "anderen" berichtet.  Den Blick auf andere zu richten ist im Miteina

acceptify - App für Systemisches Konsensieren

Bild
Am 12. Juni 2020 habe ich mit den beiden Geschäftsführern Willem Brinkert und Dominik Berger von acceptify ein Online - Interview geführt. Willem sagt unter anderem: "Der eigentliche Gedanke hinter der Anwendung der Methode ist ja, dass sich etwas im Hinterkopf bewegt, wenn ich, anstatt nach Ja und Nein zu fragen, die Frage stelle: Was muss ich an meiner Lösung oder meinem Vorschlag ändern und wie muss ich ihn anpassen, damit der, der mir gegenüber sitzt und gerade nicht zufrieden ist, zufriedener wird? Das ist ja das Eigentliche, um das es geht. "   Hier gehts zum Interview.  Dominik Berger (oben) und Willem Brinkert

Der Kreis und die Mitte.

Bild
Wenn es um Miteinander geht, ist der Kreis die Form, die alle zusammenbringt.  Alle können alle sehen. Alle können alle hören. Alle sind eingereiht. Alle sehen die Mitte.  Kein Kreis ohne Mitte.  Die Mitte ist das Zentrum, um das sich der Kreis bildet. Meist wird diese Mitte gestaltet. Mit Blumen oder Gegenständen. Ohne Kreis kein Miteinander. Die vielen Online-Gesprächsrunden, die ich in letzter Zeit erlebt habe, werden als Kreisgespräche gestaltet. Weil es die beste Form ist, damit alle reden können, also sicher sein können, zu Wort zu kommen. Nacheinander reden und gegenseitiges Zuhören sind damit gegeben. Aber was ist mit der Mitte? Ich habe schon mehrmals erlebt, dass der oder die Moderatorin sich selbst zur Mitte gemacht hat. Wahrscheinlich, weil er oder sie keine andere Idee hatte, wie die Online-Mitte gestaltet werden kann.  Es bräuchte ein Online-Symbol für die Mitte eines Kreises. Das könnte ein zweiter Bildschirm des/der Moderatorin sein, d