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Immer wieder Genderthemen

Gerade habe ich einen Artikel bei spiegel online gelesen: Männer erklären, wie systemrelevant Frauen sind.
Es geht um Medienpräsenz in der Coronakrise und darum, dass herausgefunden wurde, dass als Experten zu den anstehenden Themen vier Mal mehr Männer als Frauen zu Interviews oder Talkshows oder anderen Expertenkreisen eingeladen werden.

Als Erklärung dafür werden mehrere Gründe genannt. Hier möchte ich mich jedoch auf nur einen beziehen.
Bei Untersuchungen darüber, WIE in den sozialen Medien über die Krise berichtet wurde, haben die Forscher*innen festgestellt, dass Frauen öfter Witziges oder Ironisierendes und Privates über ihr Erleben in der Krise gepostet haben, Männer dagegen mehr über ihre beruflichen Themen, ihre Fortbildungen etc.
Womit sich sich eher als Gesprächspartner für öffentliche Themen anbieten als Frauen. Sie werden demnach auch eher von Redaktionen gefunden und angefragt. Zudem kommt, dass Frauen Anfragen auch eher absagen als Männer, weil sie außerhalb der regulä…

Elisabeth Hollerbach - Gründerin der wagnis eG in München

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Die wagnis eG ist eine Wohnungsgenossenschaft, Elisabeth Hollerbach hat sie mitbegründet und war jahrelang ihr Vorstand. w a g n i s heißt: Wohnen und Arbeiten in Gemeinschaft, nachbarschaftlich, innovativ und selbstbestimmt.

Ich habe Elisabeth Hollerbach 2017 zum Interview getroffen.



Nähe und Distanz - ein Thema im Miteinander

Ende Mai 2020. Die Einschränkungen im öffentlichen Leben werden weniger.

Das ständige Ausloten physischer Nähe und Distanz im öffentlichen Miteinander hat unser Verhalten verändert. Wahrscheinlich geht es vielen so wie mir: Man checkt schnell ab, ob man einen Schritt zur Seite oder zurück geht. Man macht Bögen um andere. Man hält an und wartet. Anders als früher, als es darum ging, niemanden anzurempeln, niemand Fremdes körperlich zu berühren. Heute geht es um Abstandsregeln und diesen einen Meter fünfzig.

Für physische Nähe und Distanz sind ja immer alle an der Situation beteiligte Personen gleichzeitig zuständig. Nähe und Distanz so herzustellen, dass alle zufrieden sind, braucht Sensibilität und die Bereitschaft, seinen Teil dazu beizutragen. Aber offensichtlich gibt es Personen, die davon ausgehen, dass es immer die anderen sind, die für die richtige Nähe beziehungsweise die richtige Distanz zuständig sind.

Ich habe in letzter Zeit häufiger gehört, wie sich Leute darüber beschwer…

Einblicke ins Private

In all den vielen Video-Treffen, seien sie privat oder beruflich, und auch in den öffentlich ausgestrahlten Videos, überall schaut man derzeit in Wohnungen.

Die Gesprächspartner*innen sitzen manchmal vor einer Wand oder vor einem Vorhang. Sehr beliebt als Hintergrund sind übrigens Bücherregale. Wer sich mit Zoom auskennt, kennt auch die Angebote an virtuellen Hintergründen, die die Software bereithält. Natürlich kann man auch einen persönlichen virtuellen Hintergrund nehmen, ein Foto zum Beispiel, das man mal irgendwann gemacht hat und das jetzt gut als Hintergrund für Zoom-Konferenzen zu passen scheint.

Wer das Konzert One World together at home gesehen hat, weiß jetzt, wie die Stones eingerichtet sind, welche Farben im Wohnzimmer von Lady Gaga leuchten und wie es auf der Gartentreppe von Jack Johnson aussieht.

Beim Checken, ob die Kamera richtig eingestellt ist, kurz bevor ich an einem Zoom-Meeting teilnehme, ist es mir wichtiger geworden, welchen Blick in mein Wohnzimmer sie freigi…

Miteinander mit mir selbst

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Wenn Miteinander mit anderen nicht geht, geht es um Miteinander mit sich selbst.
In dieser Zeit der Ausgangsbeschränkungen bin ich, wie viele andere auch, meist allein. So viel allein war ich selten. Aber ich rede viel mehr mit anderen als sonst, auf allen Kanälen: Telefon, Facetime, Skype oder Zoom. Und dann noch die schriftliche Kommunikation per Mail, WhatsApp oder SMS.

Ich muss nicht arbeiten, um Geld zu verdienen.
Aber ich arbeite an Texten und Konzepten für Workshops. Manchmal.

Manchmal bitte ich Alexa, Musik von Spotify zu spielen.
Manchmal frage ich sie auch zum soundsovielten Mal wie draußen die Temperatur ist.
Manchmal, und an manchen Tagen häufig, schaue ich Videos bei YouTube oder ich streame Fernsehsendungen oder schaue Sendungen aus der Mediathek.

Jeden Tag lese ich. Meist in einem oder zwei oder drei Büchern parallel. Nur Sachbücher.
Jeden Tag koche ich. Meist mehr als ich für eine Mahlzeit brauche.
Wenn ich den Kühlschrank öffne und sehe was fehlt, bitte ich Alexa es a…

Sidewalk Talk: Samstag, 11. April 2020 ab 14 Uhr auf Zoom

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Ostersamstag im Netz auf Zoom hören die einen zu und die anderen erzählen.
Sidewalk Talk ist eine Initiative, die darauf beruht, dass ZUHÖREN ein Geschenk ist. 
Bedingungslos ZUHÖREN. Nicht bewerten und beurteilen. Keine Ratschläge. Nur Aufmerksamkeit und Zuhören.

Die Rollenverteilung ist klar definiert: die einen hören zu und die anderen erzählen. 
Erzähl was dir gerade in den Sinn kommt, was du schon immer mal erzählen wolltest, was dir am Herzen liegt oder auf der Seele brennt, was du noch nie jemandem erzählt hast, was dir eben passiert ist, was du dir für die Zukunft wünschst, wie du die momentane Zeit erlebst... und so weiter und so weiter...

Organisiert wird die Online-Veranstaltung von der Initiative Köln/Bonn.
Bei Facebook schreiben sie:

Während sich die Straßen in unseren Städten leeren, entstehen viele Initiativen, um näher zusammen zu rücken.
Auch wir können gerade nicht mit unseren Stühlen raus gehen, aber zuhören können wir immer noch. Lasst uns gemeinsam ausprobieren, wie da…

Wie schauen wir in die Zukunft? Pessimistisch? Optimistisch? Zuversichtlich? Ängstlich?

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Ein Text des Zukunftsforschers Matthias Horx zum aktuellen Thema:  
"Darf man optimistisch sein?"


Wenn Kämpfen keinen Sinn mehr macht, ....

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... wird es für diejenigen schwierig, die ihr Verhalten auf Gewinnen ausgerichtet haben. Denn wenn Gewinnen kein Kriterium mehr ist, dann macht ihr Verhalten keinen Sinn mehr. Und das verunsichert.

Ich beziehe mich hier auf das Erlernen des SK-Prinzips, also auf die Methode Systemisches Konsensieren, die alle an einer Entscheidung Beteiligten auffordert, so viele Vorschläge wie möglich zu sammeln und dann jeden Vorschlag mit Widerstandspunkten zu bewerten, damit ersichtlich wird, welcher Vorschlag den geringsten Widerstand in der Gruppe erzeugt und demnach die höchste Akzeptanz hat.

In den Einführungsworkshops stelle ich fest, wie schwer es manchen Teilnehmenden fällt, ihr Verhalten der Methode anzupassen, wenn sie begreifen, dass Kämpfen keinen Sinn mehr macht. Ich erlebe oft Gruppen, in denen einige das SK-Prinzip lernen wollen, weil sie überzeugt davon sind, dass es für ihre Gemeinschaft besser ist als das Mehrheitsprinzip und auch besser als das Konsensverfahren, das oft lange G…

Anders als beim Mehrheitsprinzip

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Das SK-Prinzip, Systemisches Konsensieren, bietet als Methode viel mehr als nur gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Je mehr ich mich mit dem SK-Prinzip beschäftige und je mehr Erfahrungen ich mit den Einführungsworkshops mache, umso mehr begreife ich die Veränderungs-Kraft, die im SK-Prinzip liegt.

Kurz zur Erinnerung: Beim Konsensieren nach dem SK-Prinzip werden alle Beteiligten gebeten, Vorschläge zu machen. Diese Vorschläge werden für alle sichtbar aufgeschrieben. Um jede Anwandlung von Hierarchie auszuschließen, werden die aufgelisteten Vorschläge nicht nummeriert. Damit das Schriftbild der gesammelten Vorschläge eine nachvollziehbare Struktur aufweist, male ich Sternchen vor jeden formulierten Vorschlag. Man kann natürlich auch einen Strich setzen, oder einen Punkt oder sonst ein grafisches Zeichen.
Wenn keine weiteren Vorschläge mehr kommen, wird jeder einzelne Vorschlag von allen Beteiligten mit Widerstandspunkten bewertet. Die Punkteskala wird vorher abgesprochen. Die abgegeb…

Widerstand willkommen heißen.

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Systemisches Konsensieren ist eine Entscheidungsmethode, die nach dem Widerstand fragt. Eine kurze Beschreibung von SK lautet:
Alle an einer Entscheidung Beteiligten sammeln so viele Vorschläge wie möglich und wählen dann den Vorschlag aus, der die wenigsten Widerstandspunkte erhält. Dies ist der Vorschlag, der die höchste Akzeptanz hat und daher auch die meiste Energie für die Umsetzung mitbringt.
Wer Systemisches Konsensieren lernt, ist also mit den Fragen konfrontiert: Wie erlebe ich Widerstand?  Was bedeutet für mich persönlich Widerstand? Und was ist das überhaupt: Widerstand?

Widerstand und Dagegensein sind immer auch Gefühle. Widerstand kann vieles sein: Bedenken, Zweifel, Skepsis, Angst, Vorurteile, Frustration. Unter dem Begriff Widerstand sammeln sich viele Variationen von einem NEIN. Je nach dem, in welchem Kontext Widerstand aufkommt und formuliert werden soll, wird er oft als Argument ausgedrückt, als Erklärung, als rationaler Gedanke. Die Gefühle, die dabei im Spiel sind…