Position und Rolle

Eine Position ist eine Stellung innerhalb eines Systems sozialer Beziehungen. Eine Position ist etwas Festes und wird vom Verhalten desjenigen oder derjenigen gefüllt, die die Position einnimmt.
Eine Rolle hingegen ist dynamisch. Sie orientiert sich an den Aufgaben die zu erfüllen sind. Wer eine Rolle in einer Wohnprojektgruppe übernimmt, tut dies in der Haltung, sich mit seinen Fähigkeiten für die anstehende Aufgabe als Person zur Verfügung zu stellen.
Rollen werden manchmal überflüssig, weil die anliegenden Aufgaben erledigt sind.
Positionen sind immer an den jeweiligen Menschen gebunden, der sie einnimmt. Menschen aber werden nie überflüssig. Demnach kann es sein, dass eine Position in einer Wohnprojektgruppe länger als notwendig von jemandem besetzt bleibt, nur weil nicht unterschieden wird zwischen Rolle und Position.
Die grundliegende Idee von Wohnprojektgruppen widerspricht der Idee von Positionen, da Wohnprojektgruppen vor allem Dynamik und Veränderungskultur brauchen, um lebendig bleiben zu können und dem Anspruch von Partizipation gerecht zu werden. Positionen gehören zu einem alten Denken sozialer Zusammenhänge. Patriarchale Denkmuster verlangen nach Positionen, weil sie sich selbstregulierende Gruppendynamik gar nicht vorstellen können.
Aus meiner Sicht sollten Wohnprojektgruppen keine Positionen zulassen, sondern Rollen definieren, die sich an Aufgaben orientieren, die zu lösen sind. Und diese Rollen sollten dann aufgrund der Kommunikation über die in der Gruppe vorhandenen Fähigkeiten und die jeweilige Bereitwilligkeit einzelner Mitglieder in offener Wahl besetzt werden.
Das ist eine Herausforderung, die der Idee von Transparenz, Partizipation und Vielfalt gerecht wird. Nicht zu wissen, wie es gehen kann, ist kein Grund, es nicht zu versuchen. Mein Ansatz des Coachings ist, Gruppen bei ihren Versuchen zu unterstützen.

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