Systemisches Konsensieren im Nordrhein-Westfälischen Tischfußballverband

Ich habe ein Interview mit Jens Uhlemann geführt, dem Präsidenten des Tischfußballverbands in NRW. 

Unter anderem sagt Jens: 

"Für den Verband, aber auch global, ist für mich der entscheidende Punkt, dass man beim Systemischen Konsensieren den Menschen systembedingt zuhören muss. Bei SK gibt es eine Prozessstruktur, die eine sehr wertschätzende Kommunikation ermöglicht. Die größten Probleme in Diskussionen ergeben sich meist dadurch, dass die Leute immer in Lösungen denken und sich gegenseitig davon überzeugen wollen. Der Prozess des Systemischen Konsensierens ist so aufgebaut, dass man sich Schritt für Schritt mit den verschiedenen Vorschlägen der möglichen Lösung nähert, indem man einen kreativen Raum zur Verfügung stellt. Und wenn dieser kreative Raum gefüllt ist, kann man in die Analyse gehen, indem man in der Gruppe der Entscheider herausfindet, wo Widerstände sind und wodurch sie ausgelöst werden. Wenn man seinem Gegenüber zuhört und erkennt, woher die Widerstände kommen, dann kann man diese Widerstände auch aufgreifen und damit das Konfliktpotenzial, was in der möglichen Entscheidung steckt, verringern, indem man gemeinsam an einem besseren Vorschlag arbeitet. Das ist für mich das Alleinstellungsmerkmal vom Systemischen Konsensieren. Alle anderen Entscheidungsverfahren, die ich bis dahin gefunden hatte, basieren auf Zustimmung. Ich habe mich immer gefragt, warum Entscheidungen, die von einer Mehrheit beschlossen wurden, am Ende trotzdem von viel Unzufriedenheit begleitet wurden - am Ende die Leute das, was beschlossen wurde, doch nicht umsetzen - sie ein Jahr später genau mit dem identischen Vorschlag wiederkommen und wieder von vorne anfangen, das Gleiche zu diskutieren. Durch SK habe ich verstanden, dass wir mit dieser Zustimmung und dem Mehrheitsprinzip nicht sehr effizient sind. Da fehlte mir irgendwie etwas. Ich habe dann gefragt: "Hey, warum machst du denn denselben Vorschlag jetzt nochmal?" Und da wurde mir gesagt: "Weil ich ein anderes Ergebnis will."

Das Systemische Konsensieren gibt mir ein Werkzeug an die Hand, um mein Gegenüber besser zu verstehen und dafür zu sorgen, dass in einer Gruppe mit Entscheidern alle Informationen aufgetischt und auch behandelt werden. Wenn man Informationen zurückhält oder wenn man nur für sich selbst arbeitet, gegen die anderen, dann kommt man beim Systemischen Konsensieren nicht weiter.
Und noch etwas: Ich finde auch wichtig, dass man beim Systemischen Konsensieren beliebig viele Vorschläge mit beliebig vielen Menschen bewerten kann. Das heißt, es geht kein Vorschlag unter. Jeder, der einen Vorschlag machen will, kann dies auch tun."

Jens Uhlemann


Das ganze Interview ist hier zu lesen. 

Kommentare

Beliebte Posts

Lebensräume in Balance e.V. in Köln

Trudy Braun, Wohnprojekt Brühl 55plus