Unordnung und Ordnung und Unordnung und Ordnung

Es geht hin und her damit: manchmal ist mehr Ordnung und manchmal mehr Unordnung. Beides entsteht einfach so aus dem, was gerade los ist und ich entscheide mich jeweils, es so zu lassen oder einzugreifen, je nach dem, was ansteht. 

In der Küche zum Beispiel. Oder auf dem Desktop des Notebooks. Oder auf dem Schreibtisch in der Ecke im Wohnzimmer. Mit Desktop und Schreibtisch ist ja das gleiche gemeint, es ist aber eben nicht dasselbe, auch nicht was Ordnung und Unordnung angeht. Was gleich ist, ist meine emotionale Reaktion und vor allem der Stress, den ich innerlich produziere, wenn die Unordnung einen gewissen Grad überschreitet.

Am einfachsten ist es in der Küche. Ich gehe nie ins Bett, ohne Ordnung hergestellt zu haben. Das mache ich, weil ich weiß, dass ich am anderen Morgen Freude daran haben werde, dass ich es abends zuvor wiedermal geschafft habe, alles in Ordnung zu bringen. Manchmal lasse ich das eine oder andere im Spülbecken stehen, also weniger offen sichtbar, das empfinde ich als Trick, um mir morgens die Freude nicht zu verderben. Der Trick funktioniert meistens und schafft es sogar, mir ein kleines Lächeln zu entlocken. während ich, noch bevor ich den Café mache, das, was im Becken steht, spüle oder in die Spülmaschine einräume. 

Mit dem Desktop und dem Schreibtisch aber läuft es ganz anders, viel dramatischer, was die emotionale Seite angeht. Da kann ich mir dabei zuschauen, wie ich Stapel bilde und mir vornehme, sie heute oder gleich oder morgen zu sortieren und das dann wochenlang vor mir herschiebe. Ich kann Prokrastinieren!

In den letzten Tagen habe ich, ausgelöst durch den Podcast Hotel Matze, in dem Gunther Schmidt von inneren Dialogen gesprochen hat, von systemischem Coaching und von Dialogen, die man mit sich selbst führen kann, bzw. die man mit sich selbst führt und in deren Prozess man bewusst eingreifen kann, um sich sozusagen beim Regulieren und Ausbalancieren zu helfen. 

Seither höre ich Gunther Schmidt auf allen Kanälen und bin fasziniert von seinen Gedanken und der Hypnosystemik. Ich werde versuchen, das, was ich gerade beim Zuhören lerne, auf meinen inneren Dialog anzuwenden, wenn es um Ordnung und Unordnung geht und darum, wie ich damit umgehe und wie ich mich dabei fühle. Naja, und ich hoffe natürlich, dass es auch dazu beiträgt, meinen Stress zu minimieren, was bestimmte Stadien von Unordnung angeht. 

Im Moment ist übrigens alles soweit okay. Ein bisschen Unordnung, kein Stress sondern liebevolles Draufschauen und Gefallen daran, dass ich mir erlaube, darüber zu schreiben und mich nicht schäme. Wobei wir beim Thema wären.... aber das führt jetzt zu weit.

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