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Wie organisieren wir uns?

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Diese Frage taucht auf, sobald sich eine Gruppe bildet, die ein gemeinsames Anliegen verfolgt. Wenn die Zusammenarbeit von oben organisiert und gestaltet wird, wenn es also um ein Top-down-Projekt geht, dann ist meist auch die Art der Organisation vorgegeben und es bleibt nur noch zu entscheiden, wer in welche Arbeitsgruppe geht und wer für welche Aufgaben zur Verfügung steht. Wenn aber nichts klar ist, wenn es keine vorgegeben Organisationsstruktur gibt, wenn alles unten anfängt und es um ein Bottom-up-Projekt geht, dann sind die Beteiligten herausgefordert, sich zu überlegen, wie sie ihre Zusammenarbeit organisieren und welche Strukturen sie bilden wollen. Ich habe festgestellt, dass sich Wohnprojektgruppen zu Beginn ihrer Zusammenarbeit dieser Herausforderung meist nicht bewusst sind und einfach loslegen und zwar nach einem Muster, wie es diejenigen kennen, die die Gruppe initiiert haben. Überall habe ich Strukturen gefunden, wie sie aus der Vereinsarbeit bekannt sind: Ab einer ...

"Wie Träume wahr werden"

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Dies ist der Titel eines Buches, das von Gerald Hüther, Sven Ole Müller und Nicole Bauer geschrieben wurde. Im Buch wird die Geschichte erzählt, wie sich in Thüringen ein Team von RennradfahrerInnen bildet, um das längste Radrennen der Welt in den USA zu fahren ... und um zu gewinnen. Um es gleich zu sagen: sie haben gewonnen. Ich kann das Buch nur empfehlen: es ist toll geschrieben, es liest sich wie ein Krimi, und es macht Freude zu sehen, was alles möglich ist, wenn sich Leute zusammentun und sich nicht nur auf die Leistungen der Einzelnen beziehen, sondern auch die Gemeinschaft und die Art des Miteinanders in den Fokus nehmen. Das Rennfahrer-Team hat sich von Gerald Hüther, dem Neurobiologen und Leiter der Akademie für Potentialentfaltung beraten lassen. Wie es dazu kam, wird im Buch beschrieben.

Ein gemeinsames Ziel ist etwas anderes als ein gemeinsames Anliegen.

Ein gemeinsames Anliegen ist nicht dasselbe wie ein gemeinsames Ziel. Wenn wir eine Wohnprojektgruppe nehmen, deren gemeinsames Ziel darin besteht, ein Haus zu bauen, in dem alle gemeinsam wohnen können, dann ist dieses Ziel erreicht, sobald das Haus fertig geworden ist und alle eingezogen sind. Was dann noch an Gemeinsamkeiten passiert, ergibt sich aufgrund von Sympathie und Interessen, die geteilt werden. Hat jedoch eine Wohnprojektgruppe ein gemeinsames Anliegen, was darin bestehen könnte, das Quartier, in dem das Haus gebaut wird, aktiv mitzugestalten, oder gemeinsam dafür zu sorgen, dass ökologische oder kulturelle Ideen umgesetzt werden beim zusammen Wohnen, dann bleibt das Anliegen auch nach dem Einzug bestehen und bildet sozusagen die Basis für lebendiges Miteinander, das mehr ist als in einem Haus zusammen zu wohnen.

DANKE

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Allen, die sich an der Crowdfunding Aktion des oekom Verlags für das Buch Ab ins Wohnprojekt! beteiligt haben, sei es mit Geld oder mit Weitersenden des Links, möchte ich heute DANKE  sagen. Die angestrebte Summe wurde erreicht :) Damit ist klar, dass das Buch produziert wird.

Nur noch drei Tage.

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Es fehlen nur noch 127 Euro. Am 30. September müssen 3000 Euro auf dem Crowdfunding-Konto sein, damit das Buch Ab ins Wohnprojekt! vom oekom verlag produziert wird. Für das Buch habe ich Männer und Frauen interviewt, die gemeinschaftliche Wohnprojekte realisiert haben oder noch in der Planungsphase sind. Ich war in Karlsruhe, Berlin, München, Köln, Erftstadt und Brühl und habe Leute getroffen, die viel Zeit und Kraft aufbringen, um zusammen mit anderen ihr Wohnprojekt zu planen und ihre Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Sie haben offen, ehrlich und begeistert davon erzählt, wie sie Herausforderungen gemeistert haben und auch davon berichtet, was ihnen weniger gut gelungen ist. Das Buch gibt einen Einblick in die derzeitige Wohnprojekte-Szene und soll inspirieren und ermutigen, sich mit anderen zusammenzutun und es selbst zu versuchen, falls der Wunsch nach mehr Zusammen und Miteinander besteht. Hier geht es zur Fundingseite.

"Vielfalt macht glücklich"

Gestern Abend am Telefon mit einer Freundin... sie erzählte mit Begeisterung von zig verschiedenen Arten von Bohnen und Tomaten, mit denen sie beruflich zu tun hat, und plötzlich sagte sie den Satz: "Vielfalt macht halt glücklich." Sofort fiel mir ein, dass das Wort "Vielfalt" eines der Lieblingsworte in der Wohnprojekte-Szene ist, und heute Morgen frage ich mich, ob Vielfalt, mit der nicht Gemüsesorten gemeint sind sondern Menschen, auch glücklich macht. Meistens wird es schwierig zwischen Menschen, wenn Vielfalt ins Spiel kommt, weil wir es offensichtlich lieber haben, mit Leuten zusammen zu sein, mit denen wir in vielem übereinstimmen. Dann können wir uns besser entspannen und fühlen uns eher zugehörig. Wenn Andere sehr anders sind, werden wir unsicher und spüren, dass wir vieles von ihnen nicht wissen können. Um in Vielfalt glücklich sein zu können, müssten wir Unsicherheit nicht als etwas empfinden, was wir überwinden müssen, sondern uns wohl damit fühlen. W...

"Zusammen gegen die Einsamkeit, finde deine Patchwork-Community."

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" Wir glauben, dass  Gemeinschaften die einzige zukunftsfähige Lebensform ist,  weil ein nachhaltiges, verbindliches und verantwortungsbewusstes Leben nur in Gemeinschaft möglich ist."  So steht es auf der Website von bring-together , einer Plattform für Leute, die "ihre Leute" suchen, die ihr Leben verändern wollen und gemeinsam mit anderen leben und wohnen wollen.

Warum ein Wohnprojekt?

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Aus dem Buch Ab ins Wohnprojekt! "Die Motivation der Einzelnen, ein Wohnprojekt zu gründen oder bei einem Projekt mitzumachen, kann sehr unterschiedlich sein. Die verschiedenen Menschen, Vorstellungen und Träume so zu kombinieren, zusammenzufügen und auch zusammenzuhalten, dass gemeinsame Ziele entstehen, die über Jahre hinweg gemeinsam verfolgt werden, ist die große Herausforderung aller Initiativen. Die meisten Menschen, die sich einem Wohnprojekt anschließen, wünschen sich eine gute und vertrauensvolle Nachbarschaft, in der man aufeinander achtet, sich gegenseitig unterstützt und einander hilft. Darüber hinaus sind die Variationen von Ideen, Leitbildern und Konzepten, die als Basis für das Gemeinschaftsleben dienen können, nahezu unendlich. Bei der Ausgestaltung des Gebäudes legen Wohnprojektgruppen üblicherweise Wert auf ökologische und umweltfreundliche Materialen, auf bewussten Umgang mit Ressourcen, insbesondere im Hinblick auf die Energieversorgung, und auf eine Archi...

Vom Anfangen

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Ausschnitte aus dem Kapitel: Vom Anfangen aus dem Buch Ab ins Wohnprojekt! Ich habe seit 2013 verschiedene Projektgruppen in unterschiedlichen Rollen erlebt: als Gast, als Moderatorin, als Dozentin, als Mitinitiatorin und als einfaches Mitglied. So konnte ich Erfahrung sammeln und Erkenntnisse gewinnen. Mich interessierte besonders das Thema Kommunikation: wie die Teilnehmenden miteinander umgehen, wenn sie untereinander kommunizieren, aber auch, wie die Gruppe sich nach außen darstellt. Ich erkannte, wie wichtig die Gemeinschaftsbildung ist, wie die Prozesse ablaufen, die zu Entscheidungen führen und wie Entscheidungen letztendlich überhaupt getroffen werden. Mir wurde auch klar, wie wichtig die Atmosphäre in einer Gruppe ist und wie sie beeinflusst wird, sowohl negativ als auch positiv.  Jedes einzelne Projekt hat seine persönliche und individuelle Geschichte. Oft beginnt sie damit, dass bei irgendeiner Gelegenheit im privaten Kreis das Thema Wohnen auf den Tisch kommt und...

alles ehrenamtlich

Alle Arbeit in Wohnprojektgruppen ist ehrenamtlich. Alles freiwilliges Engagement. Und so ist auch das Buch Ab ins Wohnprojekt! entstanden: alles ehrenamtlich. Niemand hat mir einen Auftrag für dieses Buch erteilt und niemand hat dazu Geld beigesteuert. Ich habe alles selbst gemacht, selbst organisiert und selbst finanziert. Ich war sehr glücklich, als der oekom verlag an der Veröffentlichung interessiert war. Dennoch habe ich zwei Wochen lang überlegt, ob ich das wirklich machen soll. Die Idee mit dem Crowdfunding fand ich toll, denn sie passt wunderbar zum Buchkonzept, das ich immer als Gemeinschaftsprojekt gesehen habe, weil so viele Leute bereit waren, mitzumachen und sich von mir interviewen zu lassen. Aber damit der oekom verlag das Buch produziert, muss nicht nur das Crowdfunding erfolgreich sein, sondern ich als Autorin muss ebenfalls dem Verlag Geld bezahlen, und einen Teil davon habe ich bereits gezahlt. Gemeinhin könnte man ja denken, dass eine Autorin, die Zeit, Arbeit...

Ein Buch mit mehreren Anliegen:

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Auszug aus dem Buch Ab ins Wohnprojekt!: Dieses Buch verfolgt verschiedene Anliegen. Zum einen geht es darum, die soziale Bewegung sichtbar zu machen und mit ihr die Frauen und Männer, die sie in Gang gesetzt haben. Zum anderen möchte ich Menschen inspirieren und dazu ermutigen, sich zusammenzutun und loszulegen. Vor allem die Älteren wissen, dass sie sich kümmern müssen, wenn sie ihre Wohnsituation anpassen wollen an mögliche Gegebenheiten, die mit dem Älterwerden auf sie zukommen können. Aber auch Jüngere träumen von Gemeinschaft und von einem Leben, in dem nicht mehr jeder alles besitzen muss, sondern vieles geteilt werden kann. Von einem Haus, wo auf dem Dachgarten Gemüse angebaut wird. Von einem Wohnprojekt, in dem nachhaltig gewirtschaftet wird. Dabei ist klar: Träumen allein reicht nicht. Man muss es wollen. Und wollen allein reicht auch nicht. Man muss es auch können. Und wer nicht kann, kann lernen. Dieses Buch soll Mut zum Lernen machen.  In den Interviews erzählen M...

Aufruf zum Mitmachen

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Das Crowdfunding für das Buch Ab ins Wohnprojekt ! läuft noch bis zum 30. September. Ich möchte schonmal allen "Danke!" sagen, die sich bisher daran beteiligt haben. Aber noch ist die vom oekom verlag    angesetzte Summe nicht erreicht. Bitte macht mit, denn nur wenn die Summe von 3.000 Euro erreicht wird, kann das Buch produziert werden. Der momentane Stand ist 2.143 Euro, das ist wunderbar, aber es reicht nicht. Mitmachen beim Funding heißt, dass man das Buch vorbestellt. Man kann natürlich auch mehrere Bücher vorbestellen oder auch einen Workshop mit mir zum Thema Wohnprojekte buchen. Das wird alles auf der Fundingseite beschrieben.

Bericht einer Wohnprojektgruppe in Hessen

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Vor einigen Tagen bekam ich eine E-Mail von Gila Gertz aus Wetzlar in Hessen: Guten Tag Frau Frohn,  ich habe heute über den oekom Verlag ihr Buch gesehen und auch bestellt.  Ich arbeite schon viele Jahr an der Idee und Projekten zum gemeinschaftlichen Wohnen.  Ich wohne in Wetzlar in Hessen und wir sind derzeit eine Gruppe von 23 Menschen, die zusammen generationsübergreifend wohnen wollen und sich im Verein Sonnensprossen e.V. zusammengetan haben.  Wir hatten ein schönes Projekt, eine nicht mehr genutzte Schule mitten in der Stadt. Leider konnten wir beim Verkauf nicht mit einen kommerziellen Investor mithalten, der einen Preis geboten hat, der weit über dem realen Marktwert lag. Auch hat uns der Landkreis und die Stadt in unseren Bemühungen nicht unterstützt. Uns wurde vermittelt, dass die Vergabe auf Konzept und Preisangebot beruht und dann war es nur noch der Preis, für den die Kreistagsabgeordneten gestimmt haben. Es war eine bittere Erfahrung. Jetzt...

Aus dem Buch Ab ins Wohnprojekt!

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In einem Bericht des Deutschen Instituts für Urbanistik werden Schätzungen erwähnt, die sagen, dass es ungefähr 500 bis 600 gemeinschaftliche Wohnprojekte in Deutschland gibt und dass ungefähr ein Drittel davon als Genossenschaft organisiert sind. Das FORUM Gemeinschaftliches Wohnen e.V. zitiert das Wohnprojekte-Portal der Stiftung-trias mit geschätzten 700 realisierten Wohnprojekten bundesweit. Die Schätzungen des FORUM selbst liegen bei 4000 bis 5000 Wohnprojekten deutschlandweit.  Diese Schätzungen beziehen sich auf bereits realisierte Projekte. Was die Zahl der Gruppen im Land angeht, die sich regelmäßig treffen, um Software und Hardware für ihr Wohnprojekt zu entwickeln, darüber kann man nur spekulieren. Es sind viele, sehr viele, und es werden immer mehr. Übrigens, das alles ist ehrenamtliches und freiwilliges Engagement. Damit das Buch produziert werden kann, muss die Crowdfunding Aktion des oekom Verlags erfolgreich sein. 

Man kommt als Gemeinschaft nur voran, wenn jeder tut, was er soll und nicht, was er will. (Thomas S. Lutter)